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Fortsetzung des Tagebuchs, April 2010 Teil 2

Tag 258 (15.04.2010) Lhaze – Shigatse Unser Guide taut nun mehr und mehr auf und kommt bei der wohltuenden Nudelsuppe im Teehaus ein wenig ins Plaudern. Chickmi hat trotz seiner jungen Jahre schon eine aufregende Geschichte zu erzaehlen: im Alter von neun Jahren ist er mit seiner Familie ueber die Berge nach Nepal geflohen. Eine Woche lang waren sie nachts unterwegs, tagsueber haben sie sich versteckt. Spaeter ist er illegal wieder nach Tibet eingewandert und hat nun daher keine Papiere und kann nicht reisen oder seine Verwandten in Nepal besuchen. Neun Monate hat er bereits im Gefaengnis zugebracht, weil ihn eine aeltere Dame dazu ueberredet hat, waehrend einer Demonstration einen Stein auf chinesische Soldaten zu werfen*, mit der Begruendung, sie moege die Chinesen nicht, weil sie ihrem Sohn etwas angetan haetten. Auch Chickmi traeumt von der Zeit, wenn Tibet endlich frei sein wird. Allein das Strassennetz** zeigt uns, dass China sich freiwillig nicht mehr von Tibet trennen wird und die Tibeter sich eine solche Trennung schon lange nicht mehr leisten koennen. Wir sind uns mittlerweile sicher, dass die Strassen im Mainland China ein Traum sein muessen und China die Strassenbaunation Nr. 1 ist, wenn in diesem abgelegenen Hochland schon so teuer geteert wird, wo einem fast nur freundlich winkende Bauern auf winzigen Traktoren*** sowie Pferde- und Eselsgespanne entgegenkommen. Wir erfahren: wer sein Haeuschen an der Hauptstrasse baut, wozu Nomaden mit ihrem Zelt nicht unbedingt tendieren, bekommt von der chinesischen Regierung die Haelfte der Baukosten erstattet. Aber – was haben die Roemer schon fuer uns getan? Gut, abgesehen von den Billardtischen.**** Die vielen Yaks hier, die in grossen Arealen weitgehend frei herumlaufen, sind erstaunliche Kletterkuenstler. Man sieht sie sogar in fast senkrechten Steilhaengen grasen. Von weitem haben wir manchmal den Eindruck, die Berge seien von winzigen schwarzen Wollknaeueln uebersaet. Wir wundern uns, wie so viele Rinder satt werden koennen von dem bisschen Gras, das hier oben waechst. Wir sehen auch, wie ueberweidet die Landschaft ist. Das Gras ist ueberall bis auf die Wurzeln abgefressen worden und die Landschaft sieht oft aus wie ein Schweizer Kaese. An manchen Stellen ist das Gras so dermassen abgenagt, dass man das Gefuehl hat, die Yaks wuerden beim Darueberschreiten nur noch Kaubewegungen machen, um nicht als fressfaul aufzufallen. In einem Dorf fragt Chickmi nach einer privaten Uebernachtungsmoeglichkeit, raet uns aber ab, weil die Gastgeber ein wenig abgehobene Preisvorstellungen fuer ihre ‘Villa’ mit Plumpsklo haben. So beschliessen wir spontan, bevor wir laenger darueber nachdenken koennen, bis Shigatse durchzuradeln. Als wir schliesslich ankommen, finden wir uns in einer modernen Grossstadt und koennen kaum glauben, wie unterschiedlich Stadt- und Landleben in Tibet sind. Fuer unser Durchhaltevermoegen an den Pedalen werden wir heute fuerstlich belohnt. Schon die Hotellobby mit unzaehligen Uhren und drei Damen hinter der Rezeption wirkt wei ein Grand Hotel. Der Innenhof, der zu den Zimmern fuehrt, erstrahlt in leicht kitschigem, chinesischen Prunk. Vom geraeumigen Zimmer, in roten Ornamenten gehalten, sind wir geradezu ueberwaeltigt. Wir haben Satellitenfernsehen, Klimaanlage, einen Wasserkocher samt Tee, eine schoene Sitzgruppe und ein koenigliches Bett aus Tropenholz mit bunt bemalten Schnitzereien. Das Bad uebertrifft diese Eindruck noch, alles ist nagelneu und supernobel in Marmor, und die Kroenung des ganzen: eine Dusche, wie man sie in heimischen Baumaerkten als Topmodel vorfindet und es einem vom Blick aufs Preisschild schwindlig wird. Neben einer normalen Dusche kann man Massageduesen aus allen Richtungen zuschalten oder sich von oben beregnen lassen. Ratet mal, was unser Lieblingsspielzeug war. Shigatse hat einen hohen chinesischen Bevoelkerungsanteil, entsprechend mischt sich chinesische unter tibetische Gastronomie und wir goennen uns zur Feier des Tages ein Abendessen in einem feinen chinesischen Lokal. Die Speisekarte zeigt tolle Fotos, bietet aber ebensowenig englische Erklaerungen wie die Bedienungen, die aufgeregt kichernd zu fliehen versuchen. Wen wundert’s, dass unsere gesamte Bestellung aus kalten, ziemlich scharfen Salaten besteht? Aber ohne Fotos haetten wir vermutlich Eisbecher bestellt. Auf den abendlichen Strassen, vorbei am Klicken des Open Air Billard, suchen wir einen Telefonshop auf, um nach Deutschland zu telefonieren, denn unsere Bank hat es nicht geschafft, die Ueberweisung an unseren tibetischen Reiseleiter in die Wege zu leiten. Wir werden barsch abgewiesen. Unglaeubig weisen wir auf die Telefonkabinen, doch der Besitzer winkt nur veraechtlich ab. Ein Dolmetscher muss her! Chickmi, in Einweghotellatschen und bereits im Feierabendmodus, fasst sich ein Herz, marschiert mit und spricht mit dem Ladenbesitzer. Dieser, nun sichtlich verlegen, versucht, eine fadenscheinige Erklaerung auftischen: Neulich haetten vier Italiener telefoniert, ohne zu bezahlen, jetzt sei er skeptisch bei Auslaendern. Erfahrungen wie diese sind uns nicht neu, wenigstens duerfen wir jetzt telefonieren. Freundlicher war man bei der Post, dort durften wir sogar kostenlos faxen, man hat sogar laenger fuer uns offen gelassen. *Anmerkung: Was lehrt uns das? Niemals alten Omis am Strassenrand vertrauen. **Anm.: Die von den Chinesen errichtete Strasse ist fast ausschliesslich durchgehend geteert und nagelneu, breit und massiv und mit Beton eingefasst. ***Anm.: Der tibetische Bauer faehrt grundsaetzlich mit seinem nagelneuen Traktor zum Feld, steigt ab und pfluegt mit dem Yak, das spart Diesel und der Traktor bleibt sauber. ****Anm.: Selbst im kleinsten Drei-Haeuser-Kaff haben die Chinesen Billardtische aufgestellt, die sich grosser Beliebtheit erfreuen, aber, so wurde uns erklaert, natuerlich nur, um die Tibeter bei Laune zu halten. Km: 152 Tag 259 (16.04.2010) Shigatse In Shigatse soll es ein grosses, sehenswertes tibetisches Kloster geben. Also tun wir Guide und Fahrer den Gefallen, machen einfach mal ganz auf Pauschaltourist und lassen uns mit dem Kleinbus hinfahren. Das tibetische Volk scheint aeusserst fromm und religioes zu sein, der Glaube ist keine Nebensache sondern wird hier eifrig praktiziert. Ganze Heerscharen pilgern hierher zum Beten. Beeindruckend im Innern der Kapellen ist die kuenstlerische Qualitaet der Statuen Buddhas und seiner Anhaenger. Buddha ist stets dreifach dargestellt, als Past-, Present- und Future Buddha. Nach 4000 Jahren werde der Present zum Past, der Future zum Present Buddha und es gibt einen neuen Future Buddha. Schichtwechsel sozusagen. Die Frage, warum es schon einen Past Buddha gibt, wo Buddha doch vor gut 2600 Jahren gelebt hat, waere vermutlich kleinlich. Wer im Buddhismus eine asketische, auf rein geistige Erleuchtung sinnende, alles materielle ablehnende Lehre sieht, gegruendet von einem Mann, der explizit kein Gott sein wollte, sollte nach Tibet kommen um zu staunen und zu lernen. Es scheint eine Million und 17 Besonderheiten, Anekdoten und Veraestelungen zu geben, und selbst Moenche wissen, so sagt man uns, oft nur einen Bruchteil des ganzen. Aber ist es nicht in der katholischen Kirche aehnlch, wenn man an die Heiligenverehrung denkt, die auch die Grundlehre ins unueberschaubare erweitert? Buddha ist doch irgendwie Gott (wider Willen?), er herrscht ueber Himmel und Hoelle (kommt uns auch irgendwie bekannt vor). Ein spezieller Buddha ist fuer gute Geschaefte und finanziellen Wohlstand zustaendig, dort, wo er abgebildet ist, ist die Wand besonders abgewetzt. Die Moenche leben auch nicht in voelliger Askese, es scheint, sie streben ihrem Vorbild nach, was die koerperliche Statur betrifft, denn viele sind wohlbeleibt und trotz roter Robe machen oftmals schwere goldene Uhren, moderne Handies und teure Schuhe den Kontakt zum weltlichen Dasein leichter. Zahlreiche Gebetsbuecher werden im Kloster aufbewahrt, allesamt Unikate und exklusiv dem Klerus zugaenglich. Die Moenche machen aber Hausbesuche, um den interessierten Glaeubigen daraus vorzulesen, speziell bei besonderen Anlaessen, gegen entsprechendes Honorar. Wie alle grossen Religionen bestreitet auch der tibetische Buddhismus nicht gerade vehement, dass sich die Glaeubigen ihr Seelenheil erkaufen koennen. In den Kapellen trennt man sich grosszuegig von seinen Banknoten, die man zielgerichtet an entsprechende Buddhafiguren heftet, je nach Zustaendigkeit. Die Moenche stapeln die Scheine von Zeit zu Zeit, und die grossen Kisten voller Geldbuendel koennten ebenso aus dem Tresorraum einer Bank stammen. Jedoch zeigt sich der tibetische Buddhismus politisch korrekt, denn es gibt auch eine weibliche Buddhaverkoerperung. Chickmi ist selbst sehr religioes und murmelt zwischen seinen Erlaeuterungen permanent Mantras vor sich hin. Er ist ein Anhaenger der Yellow Head Buddhisten, dem verbreitetsten, und wie er sagt friedfertigsten Zweig. Es gebe aber noch andere Ausrichtungen, wie die Read Heads oder die Black Heads. Wir sind beeindruckt, wie fromm die Tibeter sind, die Religion ist ihr Lebensinhalt und gibt ihnen Halt und Hoffnung. Auf unserer Klosterfuehrung bestaunen wir auch den groessten Indoor-Buddha, ganze 27 Meter ist er hoch. Schade, dass wir trotz hoher Eintrittspreise nicht fotografieren duerfen. Die Statuen, die regelmaessig neu bemalt werden, erstrahlen in kraeftigen Farben. Endlich duerfen wir erfahren, was die kleinen Knoetchen auf Buddhas Kopf bedeuten: ”Bob Marley Hair”, meint Chickmi. Buddha, der sechs Jahre unter einem Baum meditierte, hatte die Haarpflege wohl etwas vernachlaessigt. In den Kapellen riecht es lecker nach heisser Butter (ein Uebersetzungsfehler? Verehrt man nun Buddha oder Butter?) und nach Weihnachtsbaeckerei, wie Susi findet. Der Grund: in grossen Schalen mit brennenden Dochten fuellen die Glaeubigen regelmaessig Yakbutter nach, die man vor dem Kloster kaufen kann. Das und all die Kerzen erzeugen den heimeligen Eindruck eines Christkinkelmarktes. In einem duesteren Raum befindet sich das Gruselkabinett, auf das man sichtlich besonders stolz ist. Mit geisterhaft verstellter Stimme traegt ein Moench monotone Sprechgesaenge vor, waehrend er relativ unrhythmisch auf einen Gong kloeppelt. Hier werden furchteinfloessende Masken aufbewahrt, die nur waehrend einer Prozession ans Tageslicht kommen. Ausserdem gibt es einen Buddha, der das Boese bekaempfen soll und deshalb so schrecklich aussieht, dass man seinen Anblick nicht ertragen kann. Beurteilen koennen wir das nicht, da sein Gesicht mit einem Tuch verhangen ist, um die Besucher zu schonen oder ihre Phantasie anzuregen. Im Innenhof des Klosters steht eine Schlange Menschen vor dem Fenster zu einer Grotte. Sie halten angestrengt lauschend ein Ohr an die Oeffnung: hier koenne man einen Stein herunterplumpsen hoeren. Wir muessen’s natuerlich ausprobieren – vergebens. Ich fuerchte, wir haben das ganze nicht ernst genug genommen. Wie schoen kann Aberglaube sein... Fuer uns persoenlich ist der Buddhismus leider ein Stueck weiter entmystifiziert worden. Es ist zwar interessant, wie Menschen ueber Jahrtausende diese Religion geformt haben, aber steht bei der Lehre Buddhas, der nach sechs Jahren Askese die Erleuchtung fand, nicht Weisheit und Idealismus im Vordergrund? Dreht sich der Meister angesichts dessen gar mittlerweile im Grab wie ein Brummkreisel? Geht man in tibetischen Staedten durch die Strassen, findet man des oefteren Schreinereien, vor denen geschickte Kuenstler an Tischen, Baenken und Betten kunstvolle Schnitzereien anbringen, die anschliessend bunt lackiert werden. Chickmi zeigt uns eine Begebenheit, die uns sonst gar nicht aufgefallen waere: Haeuser, die von Tibetern bewohnt werden, erkennt man an den Gebetsfahnen auf dem Dach. Haeuser ohne Fahnen werden von Chinesen bewohnt. Eine scheinbar nebensaechliche Auskunft, wir glauben aber, zwischen den Zeilen herauszuhoeren: wenn Tibeter ihre regelmaessigen Aufstaende ueben, koennen sie so besser die chinesischen Haeuser erkennen. Eine gewagte Theorie, die aber bestaerkt wird durch etliche eingeschlagene Fensterscheiben. Tag 260 (17.04.2010) Shigatse - Gyangtse Schweren Herzens verlassen wir unseren chinesischen Palast. Tibet zeigt sich uns heute von einer ganz anderen Seite, fruehlingshaft gruen erstrahlen Buesche und Baeume in kleinen Taelern, wir durchqueren eine endlos scheinende Allee. Gut gelaunt geniessen wir das frische Gruen, kommen durch nette idyllische Doerfer, wo wir freundlich begruesst werden. Auch heute hat man einen Klosterbesuch fuer uns eingeplant. Vor dem Kloster fallen lange Reihen grosser, golden glaenzender Gebetsmuehlen ins Auge. Im Inneren befindet sich jeweils eine Papierrolle mit einem Gebet. Wir vermuten hier eine Revolution des literarischen Konsums, es reicht naemlich, die Dinger zu drehen, damit das Mantra wirksam wird. Man stelle sich vor, in unseren Schulen wuerden Buechermuehlen eingefuehrt, die Schueler haetten endlich Zeit fuer essentielle Unterhaltungen und bekaemen auch gleich mehr Bewegung. Auch beliebt scheint die praktische Handausfuehrung zu sein, an einem laenglichen Griff befestigt kann man sie ueberall hin mitnehmen. Urspruenglich wurde dieses System aber fuer Menschen eingefuehrt, die nicht lesen koennen. An einigen Innenwaenden dieses Klosters sind immer noch Parolen in chinesischer Schrift zu sehen, die noch aus Zeiten der Kulturrevolution stammen. Wir sind Chickmi auch heute wieder dankbar, dass er ein gemuetliches Zimmer fuer uns gefunden hat. Km: 92 Wetter: mild Tag 261 (18.04.2010) Gyangtse – Nargaze Wir fahren wieder hinauf ins Hochland, die Landschaft wird wieder karger und lebensfeindlicher. Manchmal sieht es aus wie auf dem Mars. Vo runs ragt der heilige Berg Noejin empor, knapp 8000 Meter hoch, und auf seinem schneebedeckten Gipfel zeichnet sich durch Sonne und Wolken ein imposantes Licht- und Schattenspiel ab. Am Abend sehen wir den blauglitzernden See bei Nargaze. Km: 105 Tag 262 (19.04.2010) Nargaze – Lhasa Den ganzen Vormittag radeln wir am See entlang, der mit seinem tiefblauen Wasser eine scharfen Kontrast zur kargen roetlichen Felswueste ausstrahlt, die ihn umgibt. Der heilige See strahlt eine majestaetische Ruhe aus und glitzert je nach Uhrzeit und Sonneneinstrahlung in unzaehligen Blau- und Gruenschattierungen. Leider haben wir Doedels vergessen, wie der See heisst... Am Ufer finden wir tausende, aus Steinen aufeinandergestapelter Glueckstuermchen vor, denen wir natuerlich sofort zwei weitere hinzufuegen, man weiss ja nie. Susi investiert 50 Cent fuer die Erlaubnis, ein festlich geschmuecktes Yak zu fotografieren, die Besitzer, eine Nomadenfamilie, hat sich wahrscheinlich genau darauf spezialisiert. Ich bin stolz auf Susi, immerhin hat sie die Besitzer von einem Euro auf die Haelfte runtergehandelt. Gell, liebe Schwiegermutter*, ganz die Frau Mama... Wir muessen wieder einen Pass erklimmen, der zum Glueck nicht hoch ist, weil wir uns schon ganz oben befinden. Am Gipfel, so heisst es, wuerde oft eine inoffizielle Gebuehr verlangt und Chickmi raet uns dringend davon ab, stehenzubleiben und darauf einzugehen. Aber wir haben Glueck, es schneit und hagelt, als wir uns auf den Gipfel kaempfen und im Gegensatz zu uns scheuen die vermeintlichen Wegelagerer das Sauwetter und wir kommen ungeschoren davon. Auf der anderen Seite geht es umso weiter runter und wir radeln durch nun schneebedeckte Haenge. Ploetzlich sieht’s aus wie in den Alpen im Winter. Als wir weider im Tal ankommen, ist es erneut Fruehling und wir freuen uns, laut Chickmis Aussage duerfte Lhasa nun nicht mehr weit sein. Aber zu frueh gefreut, schonend versucht der junge Mann uns beizubringen, dass man sich mit der Entfernung nach Lhasa ein wenig vertan habe, genauergesagt um ganze 70 Kilometer, die die Etappe nun ploetzlich laenger ist als geplant. Aber er bietet uns an, wir koennten gleich hier im Ort uebernachten. Susi jedoch ist so leicht nicht zu bremsen. ”70 Kilometer, das rollen wir doch noch locker” – und schon rollen wie wieder, bevor ich soviel Optimismus in Frage stellen kann. Am Nachmittag dann zeigt Chickmi uns dann eine ’Water Bury’-Staette, geschmueckt mit bunten Gebetsfahnen. Chickmi erklaert es uns natuerlich ganz genau: kleine Kinder, die verstorben sind, werden im Wasser bestattet, in einem Plastiksack mit Steinen dran. Ueblich ist sonst auch die Feuerbestattung oder das ’Sky Bury’, wo der Leichnam den Raubvoegeln ueberlassen wird, nachdem man ihn zuvor zerkleinert hat, in unserem Kulturkreis unvorstellbar! Leichenbestatter in Tibet ist ein abwechslungsreicher Beruf. Nur Herrscher werden in der Erde bestattet, damit die Seele an diesem Ort verweilt. Wenn ich so an unseren F.J. Strauss denke und so manche andere unserer hohen Tiere, dann ist eine Erdbestattung wahrscheinlich das beste, nur so verhindert man erfolgreich eine Wiedergeburt. Da haben uns die Tibeter also einiges voraus. Wetter: Schnee, Hagel km: 159 Tag 263 (20.04.2010) Lhasa 1 Siteseeing fuer unsere Jetzendorfer, die irgendwo in Kathmandu haengengeblieben waren, aber immer gern auch nach Lhasa wollten Wir radeln durchs Zentrum Lhasas und staunen: Einkaufsmeilen, vergleichbar etwa mit einer Mischung aus Kaufinger- und Maximianstrasse in Muenchen*. Nur, dass das Muenchner Strassenpflaster nicht aus Marmor besteht, aber wie man ja weiss: der billigste Marmor kommt bekanntlich aus China. Nur hier in China findet man diese einzigartige Mischung: neben suendhaft teuren Filialen von Bennetton, Playboy und wie sie alle heissen findet man kleine Laeden, die traditionell chinesische Medizin wie Tigerpenis, Antilopenhorn und undefinierbare Wurzeln nicht minder teuer feilbieten, ebenso wie dekorative Yak- und Widderschaedel. Erneut kommen wir uns vor wie arme Schlucker. Wer soll sich all das nur leisten koennen (oder wollen)? Also auf zu geistig-besinnlichen Dingen: Wir besuchen den Jokhang, Teil des "Pflichtprogramms" in Lhasa und wichtigste Anlaufstelle der tibetischen Pilger, hier befindet sich die heiligste Figur in Tibet. Stolze 8,50 Euro pro Person berappen wir und sind maechtig gespannt. Gerade zur rechten Zeit erreichen wir das offene Obergeschoss mit gestampften Erdboden: hier findet das lustige Stampf-Event statt. Arbeiter mit am Stiel befestigten Stampfern singen lautstark und marschieren folkloretanzartig vor und zurueck. Tipp fuer alle Jokhang-Besucher: unbedingt vorher erkundigen, wann gestampft wird! Im Erdgeschoss windet sich eine unueberschaubar lange Warteschlange durch labyrinthartige Metallabsperrungen. Wir vermuten hier die Hauptattraktion oder moeglicherweise auch den Vorverkauf fuer ein Rolling Stones-Konzert. Brav ordnen wir uns in die Reihen der von Eintrittsgeld befreiten Pilger, stillschweigend hoffend, ein Waerter koennte uns beiseite nehmen und nach vorne schleusen. Der Weg fuehrt zu mehreren Kapellen, die sehr feierlich und reich geschmueckt, aber doch alle in etwa gleich aussehen, und eine Vielzahl der unterschiedlichen Abbildungen Buddhas & Co beinhalten. Ein kleines Zuckerl trotzdem: die Holzarchitektur und alten verzierten Tueren dieses antiken Gebaeudes. Und dann endlich die Ueberraschung: Wir sind draussen! Wir hatten unseren persoenlichen, meditativen Gruppenpilgerweg nach dem Motto: keine Belohnung, der Weg ist das Ziel! Der Buddhismus rueckt wieder naeher in unser Weltbild. *Anmerkung: "Gell, Daisy, des haett'st net gedacht, dass's sowas bei den Chinesen auch gibt!" Die gute Daisy waere hier wahrscheinlich ohnehin auf dem Teller gelandet... Tag 264 (21.04.2010) Lhasa 2 Stadt der Goetter Der Potalapalast ist das Wahrzeichen Tibets und natuerlich auch fuer uns ein obligatorisches Ziel. Das auf einem Huegel errichtete Gebaeude ist wahrlich imposant. Massiv und trutzig wirkt der Palast, der die Winterresidenz des im Exil lebenden Dalai Lama und prunkvolle religioese Staetten in seinen 999 Raeumen birgt. Trotz regen Pilgerstroms ist es gar nicht so leicht herauszufinden, welcher der drei Eingaenge, auf drei Himmelsrichtungen verteilt, der Touristeneingang ist. Schliesslich umrunden wir fast das ganze Gebaeude, was einer kleinen Wanderung gleichkommt. Auf der kompletten Laenge um den massiven Fuss des Palasts hat man Gebetsmuehlen in einer endlos scheinenden Reihe angebracht, allesamt solide gelagert und gut geoelt, denn manche Pilger drehen wirklich gewissenhaft an jeder Muehle und es sind einige tausend! Der Potala kann trotz oder gerade aufgrund seiner Schlichtheit faszinieren. Die massiven, bis zu fuenf Meter dicken Aussenmauern aus Lehm und Stroh hielten sogar dem Bombardement durch die Chinesen in den 50er Jahren stand. Wer mit der wahnwitzigen Absicht kommt, alle 999 Raeume (mit einer Gesamtflaeche von angeblich 130.000 Quadratmetern) zu besichtigen mag enttaeuscht sein, der abgesteckte Besucherweg ist nicht allzu lang und zeigt nur einen Bruchteil des gesamten Gebaeudes, verschiedene Bereiche wie z.B. die Wohngemaecher des Dalai Lama sind nur sporadisch zugaenglich und bleiben fuer uns (wie auch fuer den Dalai Lama) geschlossen. Ein Meisterstueck wird zum Blickfang: ein metallenes Modell des Palasts, superfein gearbeitet. Zu bewundern gibt es die prunkvolle Inthronisierungshalle, die uralte Meditationshoehle des Koenigs Songtse Gampo, einer der beiden verbleibenden Raeume seines Palasts, der im siebten Jahrhundert zerstoert wurde, ausserdem Grabstaetten frueherer Dalai Lamas und wieder zahllose Kapellen. Sichtlich erschoepft von den erklommenen Hoehenmetern, die uns dieser Gigant abgerungen hat, geniessen wir anschliessend das leckere und preisguenstige Chineseneis und spazieren ueber den grossen Platz, der stilgerecht geschmueckt ist mit Reihen rechteckiger Kaesten voller Plastikblumen. Von hier aus draengt sich ein potthaessliches sozialistisches Arbeiterdenkmal ins Blickfeld. Ploetzlich ruft uns jemand nach. Haben wir was verloren? Irrtum - zwei junge Chinesinnen wollen mit uns und den Fahrraedern fotografiert werden. Die maennlichen Begleiter, wie immer bewaffnet mit riesigen Nikon-Kameras vom Klassenfeind, sind hellauf begeistert von der Idee mit der suessen kleinen Li vorne auf meiner Fahrradlenkstange und machen eine richtige Fotosession draus. Wir stehen brav Modell und bekommen endlich den Starruhm, der uns zusteht (und ich meine Groupies). Unermuedlich ziehen wir weiter zum Norbulingka, der Sommerresidenz des Dalai Lama. Gemuetlich durchqueren wir diese aeusserst geschmackvolle Gartenanlage, die sogar einen Minizoo beinhaltet, vorbei an bunt bemalten kleinen Palaesten und Tempeln, machen Rast an ummauerten Teichbecken und Kanaelen. Ein Pavillion wurde inmitten eines Teichs in chinesischer Architektur errichtet. Der Loewenzahn blueht und das ganze wirkt wie ein Spaziergang im Englischen Garten Muenchens im Mai. Hier erhalten wir Einblick in die Wohn- und Audienzraeume des 14., aktuellen Dalai Lamas, die zwar geraeumig, aber doch irgendwie unspektakulaer wirken. Das Bad aehnelt dem eines Budget-Hotels, aber zur Bescheidenheit des tibetischen Oberhaupts passen wohl auch keine goldenen Armaturen und Kloschuesseln. Fuer uns ist dieses Meisterwerk des Gartenbaus eine wahre Augenweide und wie eine Oase nach den Steppen der tibetischen Hochebene. Am Abend kommt seine Majestaet, der tibetische Reiseleiter Lhakpa, in unser Hotel und gibt uns eine Audienz. Er sieht ein wenig aus wie "Der Pate" Marlon Brando und hat die gleiche heisere, keuchende Stimme. Leider, sagt er, sei Osttibet immer noch gesperrt. Fuer uns bedeutet dies einen weiten Umweg ueber den Norden. Der erhoffte Kompromiss waere eine kleine ungeteerte Strasse, die ein gutes Stueck vor Golmud nach Suedosten abzweigt. Auf einer einzigen Karte ist dieser Weg eingetragen, auf allen anderen nicht. Auf Google Earth, das wir zum Erstaunen des Hotelbesitzers ueber Umwege auf dem Hotel-PC installieren koennen (in China sind etliche Internetseiten wegen Zensur gesperrt, wie z.B. Youtube, Skype bekommt man auch nur ueber Umwege), koennen wir auf dem Satellitenfoto eine rudimentaere Sandpiste erkennen, gute 300 Kilometer lang. Mr. Lhapka winkt aber nur ab, er habe mit Ortsansaessigen gesprochen, eine solche Strasse existiere nicht. Wir beschliessen, die Situation vor Ort unter die Lupe zu nehmen. Lhakpa versichert uns nochmals, dass wir unser 45- Tage-Gruppenvisum in jeder groesseren Stadt Chinas verlaengern lassen koennen. Der Pate haelt noch eine Ueberraschung fuer uns bereit: ab morgen ist ein anderer Guide fuer uns zustaendig, Chickmi muss zum Klettern in die Berge. Eine junge Dame soll seine Aufgabe jetzt uebernehmen. Tag 265 (22.04.2010) Lhasa 3 Auf dem Tagesprogramm steht der Besuch einer alten Klosteranlage auf einem Berggipfel. Wir werden mit unserem Kleinbus hingefahren, zusammen mit unserer Reisefuehrerin, die sich gleich eine Freundin mitgenommen hat, damit der Ausflug nicht langweilig fuer sie wird. Die Anlage besteht aus einzelnen kleinen Kapellen und Stupas und wir muessen ganz schoen kraxeln, um sie alle zu erreichen. Die Moenche lassen sich nicht erweichen, auch hier duerfen wir nicht im Inneren der Gebaeude fotografieren. Unser Guide, deren Namen wir sofort wieder vergessen, wird von Susi fortan treffend "wandelnde Voelkerverstaendigungskatastrophe" genannt. Sie spricht so gut wie kein Englisch, was nicht ins Gewicht faellt, da sie uns sowieso nicht zuhoert. Angeregt plaudert sie mit ihrer Freundin und gibt von Zeit zu Zeit lieblose Erklaerungsansaetze im "This is..."-Stil von sich. Von Susi gefragt, warum auf dem Schoss einer Buddhastatue eine junge Dame in eindeutiger Pose sitzt, gibt sie fachkundig zu verstehen: "This is Highest Meditation". Und wir Banausen haetten's fast fuer billige Pornografie gehalten. Hier haben wir sogar Gelegenheit, eine 'Sky Bury'-Staette zu besichtigen, wir lehnen aber dankend ab. Wir glauben nicht, dass wir den Anblick von zerhackten Leichenteilen, den Adlern zum Frass vorgeworfen, wieder vergessen koennten. Wir vermissen Chickmi ein wenig, der seinen Job wirklich gut gemacht hat. Tag 266 (23.04.2010) Lhasa – Damxung Nach drei Tagen verlassen wir unsere Fruehlingsoase, um die ungewollte Kursaenderung Richtung Norden anzutreten. Wir fahren wieder durch bergige Gefilde und haben nun doch die Gelegenheit, ein Sky Bury sehen zu koennen, zum Glueck aus sicherer Entfernung: auf einem Gipfel kreist eine Schar von Geiern und Adlern um einen Wust von Gebetsfaehnchen. Doch die Tierwelt hat heute wieder einiges mehr fuer uns zu bieten: eine Herde Yaks galoppiert oben am Pass entlang, die zotteligen, knuddligen Tiere mit dem aufmerksamen, wachen Blick koennen nicht nur klettern wie Luis Trenker, die koennen auch richtig flott unterwegs sein. Grunzochsen nennt man sie, und das nicht ohne Grund, denn sie geben von Zeit zu Zeit lustige Grunzlaute von sich. Die Tibeter haben ihr Yak zum Fressen gern, das komplette Zotteltier wird hier verwertet: Fleisch, Butter, Fell, Wolle, Leder und Knochen finden dankbare Verwendung. Die Landschaft Tibets ist nicht wirklich einsam, jedenfalls in Anbetracht der Hamsterpopulation. Millionen kleiner Wollknaeuel sind am Strassenrand zu sehen, sie machen Maennchen, geben pfeifende Warnlaute von sich und verschwinden in den zahlreichen Erdloechern. Ja, Tibet hat ein echtes Hamsterproblem, die kleinen Tiefbaumeister haben professionell das komplette tibetische Hochplateau untertunnelt.* Gut fuer die Raubvoegel, fuer sie heisst's "Hamsterbuffet - all you can eat". *Anmerkung: Sollten die Chinesen jemals auf die Idee kommen, Tibet auch noch mit einer U-Bahn begluecken zu wollen, muessen sie nicht einmal mehr graben. Zum ersten Mal sehen wir heute auch die Eisenbahnverbindung von Peking nach Lhasa, 2006 eroeffnet und der ganze Stolz chinesischer Konstrukteurskunst. Moderne, schnelle Zuege mit eigener Sauerstoffversorgung sollen Reisende von Peking auf ueber 4000 Meter Hoehe bringen, ueber mehr als 4000 Kilometer Strecke, in nur stolzen 48 Stunden. Das Bild, das sich uns darbietet, koennte einem Science Fiction-Film entsprungen sein, eine wuchtige Eisenbahntrasse fuehrt praktisch durchs Nichts. Die Strecke, zu grossen Teilen auf Permafrost, also staendig gefrorenem Boden gebaut, wird immer wieder von Betonpfeilern und Bruecken gestuetzt, um so, genau der Landschaft angepasst, Hoehenunterschiede auszugleichen. Maechtig haben sich die Arbeiter ins Zeug gelegt, um ein Vorzeigeobjekt zu schaffen, die Seitenhaenge des Gleisbetts wurden akribisch mit Pflastersteinchen oder Zierplatten ausgelegt. Die Strecke wird von ganzen Trupps von Bauarbeitern mit Leuchtweste ueberprueft und instandgehalten. Die grosse Ueberraschung kommt mit dem ersten Zug: schnell ist er, allerdings nur verglichen mit uns! Lange fahren wir fast nebeneinander her. Modern waere er im ausgehenden 19. Jahrhundert auch erschienen, im fetzigen Moosgruen kommt er daher und waere als Modell der ganze Stolz der Maerklin-Oldtimerkollektion. So kommen wir auch fast gleichzeitig mit dem Zug an unserem Zielort Damxung an, der ein wenig trostlos wirkt. Hier oben gibt es keine Baeume mehr und kein Gruen. Trotz der grosszuegigen Bauweise der Chinesen wirkt der Ort heruntergekommen. Im chinesischen Restaurant sitzend 169 Kilometer sind wir heute geradelt und sind schon ein bisschen stolz auf unsere bisher laengste Etappe. km: 169 Tag 267 (24.04.2010) Zwischen Damxu und Amdo Immer wieder treffen wir auf Hirten, die auf Bergponies unterwegs sind. Manchmal ist ein Tibetaufenthalt wie ein Wildwesturlaub. Viele Tibeter tragen Texas-Cowboyhut und Lederjacke, andere tragen lange schwarze Zoepfe und sehen mit den kantig, etwas indianisch wirkenden Gesichtern aus wie Winnetous Verwandtschaft. Das gleiche gilt uebrigens fuer die Polizisten, die uns im Jeep entgegenkommen, hier haben wir klassische Sheriffs oder Indianercops aus amerikanischen Filmen. Brehms Tierleben setzt heute noch eins drauf, hinter kleinen Bruecken brueten riesige Steinadler, die wir aus naechster Naehe bewundern koennen. Auch Schwarzhalskraniche sehen wir und natuerlich Geier, die sich bei unseren Tempo schon ihre Chancen ausrechnen. Trotz ihrer Groesse sind manche Yaks ganz schoene Feiglinge und springen erschrocken zur Seite, wenn wir uns mit unseren Monsterfahrraedern naehern. Zusaetzlich zum Gegenwind, an den wir uns schon gewoehnt haben, setzt am Nachmittag starker Sturm ein, wir koennen die Radl kaum noch auf der Strasse halten und muessen sogar bergab fest treten, um nicht rueckwaerts den Berg wieder hinaufzurollen. Wir brechen heute vorzeitig ab, eine solche Anstrengung macht wenig Sinn, wenn wir nicht vom Fleck kommen. Damit kommt aber auch der Etappenplan durcheinander und wir muessen zwei Tage auf den rauhen Komfort tibetischer Gaestehaeuser verzichten. Guide und Fahrer sind schockiert vom Plan zu zelten. Hoch sei es und kalt und wer weiss, we runs nachts behelligen wird. Fast kommt es nun auch aus einem anderen Grund zum Streit: als fleissige Radler sind wir zwei Tage vor dem Zeitplan und nun besteht die Reiseleitung vehement darauf, dass wir unsere voll bezahlten 19 Tage Tour in 17 Tagen beenden. Einen Extratag brauchen wir nun aber und als das Argument “Geld zurueck fuer ungenutzte Tage” zur Sprache kommt, ist der Aufstand beendet. Bei einem Fahrgast (der exklusiv gecharterte Tourbus befoerdert, um das Gehalt etwas aufzubessern, auch tibetische Fahrgaeste) will uns nun die wandelnde Voelkerverstaendigungskatastrophe privat unterbringen. Die aeltere Dame ist wenig begeistert, waere aber fuer 5 Euro pro Nacht einverstanden. Die Holzhuette sieht leicht angegammelt aus, Klo gibt’s auch nicht, wir sollten nachts einfach rausgehen und ein stilles Oertchen zwischen den extreme aggressiven Tibetterriern suchen. Ne danke. Das Zelt muss her! Hinter einem Hang bauen wir unsere Behausung unter den Augen der skeptischen Guides auf, die zumSchlafen wieder zurueck ins letzte Hotel fahren warden, die Spesen haben wir ja bezahlt, also waer’s ja Verschwendung, im Bus zu uebernachten. Trotz des schuetzenden Hangs haben wir Angst, dass der Sturm die ganze Konstruktion in Fetzen resist. Wetter: mild aber stuermisch km: 103 Tag 268 (25.04.2010) Zwischen Damxu und Amdo Starker Gegenwind bleibt unser staendiger Begleiter, wir spueren, dass wir im Moment nicht allzu fit sind. Erneut schlagen wir unser Zelt auf, heute in einem Sandloch. Nach muehsamen Versuchen schaffen wir es endlich, uns eine heisse Suppe zu kochen, indem wir auf natuerliche Ressourcen zurueckgreifen und eine Mischung aus Yakdung und Diesel entzuenden. Ergo: Yakdung brennt auch in schwindligen Hoehen noch gut, die Tibeter wissen schon, welchen Mist sie da anzuenden... Wetter: Sturm km: 103
16.8.10 16:49
 


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